„Jeder Mensch ist ein Künstler“

Vor 101 Jahren in Krefeld geboren: Joseph Beuys

Dieses Jubiläum gab mir den äußeren Anlass für ein Kunstprojekt der besonderen Art:
Eine Ausstellung über Beuys und gleichzeitig über die beteiligten Künstler: die Klasse 10b, die ich für mein Kunst-Projekt gewonnen habe.

Beuys war eine überaus „schillernde Figur“, u.a. Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie, Bildhauer und Zeichner, er starb 1986 und war einer der bedeutendsten Aktionskünstler des vorigen Jahrhunderts.
Bekannt wurde Beuys durch den erweiterten Kunstbegriff, der besagt, dass jeder Mensch von Natur aus schöpferisch begabt ist, und jedes Material zu Kunst werden kann. Daraus leitete er ab, dass jeder wichtig für eine Gemeinschaft oder Gesellschaft ist und sie aktiv mitgestalten sollte.

Das Kunstprojekt habe ich mit der Klasse 10b von Ende September 2021 bis Ende Januar vorbereitet und durchgeführt. Beuys’ Gedanke, dass Kunst eine Ausdrucksform für alles Mögliche sein kann, Gefühle, Gedanken oder Gesellschaftskritik, egal, ob sie gefällt oder nicht, scheint mir gerade in diesen Zeiten ein wertvoller Aspekt, insbesondere für Jugendliche, aber eigentlich für jedermann. Ungewöhnliche Wege zu beschreiten, seine persönliche Note in dieser Welt zu hinterlassen, authentisch zu sein und zu sich selber zu stehen, dafür ist Joseph Beuys immer noch ein großes Vorbild.

Wirklich jede*r Schüler*in hat sich bei diesem Projekt nach seinen Talenten, Neigungen und Kapazitäten eingebracht, sei es beim Gestalten der Kunstwerke, Plakate, Bilder, Fakten, bei der Präsentation oder beim Aufbau und Abbau. Es war ein schönes Gemeinschaftsprojekt, bei dem man sich auf alle verlassen konnte.

Kerstin Halbfas

„Die Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden. Sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen.“
Joseph Beuys

Dieses Zitat von Beuys hat die Schüler*innen besonders inspiriert, und so stellten sie auch ihr Projekt zur Bundestagswahl 2021 mit Frau Erdogmus unter dieses Motto. Hier in der Ausstellung wurde das Zitat von Elif Mutlu künstlerisch umgesetzt.

„Mit dummen Fragen fängt jede Revolution an!“
Joseph Beuys

„Es gibt keine dummen Fragen! Fragen, die von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden, könnten zu fortgeschritten für ihre Zeit sein. Wenn die Menschen den Gedanken im Nachhinein verstehen, hat sich ihre Denkweise wahrscheinlich weiterentwickelt.“ So hat Yagmur Torun ihr Beuys-Zitat interpretiert. Insgesamt habe wurden ca. 20 Zitate von Schüler*innen gedeutet und aufgenommen.

„Warum sind Bäume für uns wichtig?“

7000 Eichen hat Joseph Beuys mit freiwilligen Helfern in den achtziger Jahren in Kassel gepflanzt und so schon damals ein Zeichen für den Umweltschutz gesetzt. Durch Aktionen wie diese können Menschen kreativ die Verhältnisse, in denen sie leben, verändern.

„Ist das Kunst oder kann das weg?“

Diese bekannte, ironische Frage zu moderner Kunst hat ihre Geburtsstunde bei Joseph Beuys, dessen Kunstwerke wiederholt nicht als solche erkannt und deshalb vom Reinigungspersonal der Ausstellung irrtümlich „entsorgt“ wurden.

„Zeige deine Wunde!“
Joseph Beuys

Dieses Zitat haben sich sehr viele Schüler*innen ausgesucht, um es zu gestalten. Sie haben es als Aufruf interpretiert, authentisch und mutig zu sein und auch zu seinen „dunklen Seiten“ zu stehen. Hier durften Sorgen und Belastungen losgelassen werden, indem man sie aufgeschrieben und anschließend durch den Schredder gejagt hat.

Diese interaktive Ausstellung haben viele Schüler*innen (Jg. 8-10) und Lehrer*innen mit besonderem Gewinn gesehen und sie wurden zu aktivem, kreativem Handeln angeregt. Die Schulgemeinde sagt danke für diese eindrucksvolle Kunstaktion.

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