Neue Steine des „Anstoßes“

2016-04-11-Stolperst21Friedrich, Leopold, Josef und Gertrud David!

Nun sind wir im Jahre 2016 und stehen an genau der Stelle, wo ihr einst in Frieden gewohnt habt.
Bis die Nazis an die Macht kamen und euch misshandelten und töteten.
Für uns Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer der Elly-Heuss-Knapp-Realschule ist das zutiefst traurig und beschämend…

Konnte man damals nichts gegen die Nazis unternehmen? Was können wir heute tun, damit so etwas nie wieder geschieht? Wir möchten euch in unserer Erinnerung behalten und euch mit der Verlegung der Stolpersteine ein Gedenken bewahren. Wir möchten an die Passanten appellieren, sich für Minderheiten, die Gerechtigkeit und den Frieden einzusetzen. Möge euch dieser Friede im Zeichen Gottes, im Reiche Jahwes zuteil werden!

Erneut haben Schülerinnen und Schüler unserer Schule eine Patenschaft übernommen, die die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Sinti und Roma, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthansieopfer im Nationalsozialismus wachhalten soll.

2016-04-11-Stolperst02Diesmal traf die Geschichts-Projektgruppe mit Unterstützung des Kölner NS-Dokumentationszentrums auf die Familie David, die in Köln-Mülheim in der Dünnwalder Straße 25-27 gewohnt hat.

Die drei eingefassten Stolpersteine sind nun Teil der bislang 2100 Kölner Gedenksteine, die vor den letzten Wohnungen der Opfer eingelassen wurden.

Das Erinnerungsprojekt des Kölner Künstlers Günter Demnig besteht inzwischen europaweit aus etwa 55.000 „Stolpersteinen“!

2016-04-11-Stolperst01Friedrich David F(auch Fritz genannt) lebte vom 28.11.1889 bis Mai 1942. Seine Eltern Bernhard David (Metzger) und Henriette David (geb. Schmitz) waren bis zum Tod verheiratet. Er selbst war unverheiratet. Er war Inhaber einer Großschlachterei und Eigentümer des Hauses Dünnwalder Straße 25-27. Friedrich hatte noch zwei weitere Brüder, Josef und Leopold. Er arbeitete einer jüdischen Firma als Kaufmann und war Miteigentümer des Hauses Danzierstraße 45. Während des 2. Weltkrieges verlor er seine Anstellung als Kaufmann. Im Jahr 1940 musste er zwangsweise in ein sogenanntes Ghettohaus in der Mozartstraße 56 ziehen. Am 22.10.1941 wurde er in das Arbeitslager Litzmannstadt (in Polen) deportiert. Als nächstes wurde er in das Vernichtungslager Chelmo/Kulmhof deportiert und ermordet. Dies geschah im Mai 1942.

Auch sein Bruder Leopold wurde in das Arbeitslager Litzmannstadt deportiert und dort am 14.03.1942 ermordet.

Josef und Gertrud David haben zwar überlebt, waren jedoch ebenso verfolgt. Um einer Verhaftung zu entgehen, flüchtete Josef im Oktober 1943, wurde jedoch später gefasst und nach Auschwitz gebracht. Er konnte überleben und ist nach dem Krieg nach Köln zurückgekehrt.

2016-04-11-Stolperst09Während der Stolpersteinverlegung sangen Schülerinnen und Schüler „Die Moorsoldaten“. Darin geht es um Juden, die in einem Arbeitslager zu Zeiten des 2. Weltkrieges gefangen sind und gezwungen werden, bis zum Tod zu arbeiten. Trotz ihrer Aussichtslosigkeit und der Folter, die sie erleiden, verlieren sie nicht ihren Optimismus und denken stets an ihre geliebte Heimat.

 

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