Im Angesicht des Todes
Bilder aus dem Kinder-Holocaust-Projekt

Acht großformatige Kinder- und Jugendporträts sind diese Woche in der neuen Aula unserer Schule ausgestellt. Mit brüchigem Kohlestift auf grobe Jute nach Fotos gezeichnet, die im Nachlass der Kinder gefunden wurden: in Auschwitz-Birkenau, am Wiener Spiegelgrund, in Theresienstadt und anderen Schreckensorten.

Es sind meist sogenannte erkennungsdienstliche Aufnahmen, die bei der Ankunft in den Lagern gemacht wurden. Die Abgebildeten schauen gleichsam ihren Mördern in die Augen. Die im Lager Fotografierten spüren das. Sie zerreißen dem Betrachter das Herz, machen ihn fassungslos, je länger er diese Gesichter studiert. Gesichtszüge ernst und starr, die Blicke unsicher und voller böser Ahnungen. Manfred Böckelmann, der Zeichner dieser Porträts, hat bisher etwa 130 Zeichnungen angefertigt und es ist noch kein Ende in Sicht – Zeichnen gegen das Vergessen.

Roman Salyutov, Pianist und Leiter des Bergisch Gladbacher Sinfonieorchesters, engagiert sich gegen Rassismus und Antisemitismus, kennt Manfred Böckelmann und hat uns die Bilder für eine Woche zur Verfügung gestellt.

Die Absicht dieser Ausstellung ist natürlich die Erinnerungsarbeit, der Widerstand gegen das Vergessen, aber auch Warnung und Aufruf zu Toleranz und Menschlichkeit, gegen Antisemitismus und Rassismus.
Manfred Böckelmann richtet sein Hauptaugenmerk auf die jungen Leute: „Ihr seid meine Adressaten, für euch mache ich das. Meine Generation hat da ziemlich versagt […] Ihr seid die Zukunft dieses Landes, Ihr könnt es besser machen.“

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